Das Täter/Opfer/Retter-Spiel

Das Täter/Opfer/Retter-Spiel

„Wenn Du entdeckst, dass die Anderen nicht verantwortlich sind für das, was sie sind, dann entdeckst Du Liebe und Frieden.“

(Bhagavan)

Eine kürzlich erlebte Umwandlung mit einer Kundin animierte mich zum Schreiben dieses Beitrags. Die letztlich umgewandelte Angst, war die Angst davor, die Anerkennung anderer nicht zu bekommen und auch kaum in der Lage zu sein, anderen Anerkennung zukommen zu lassen.

Zunächst ist es wichtig, zu wissen, dass solange wir in diesem „Samsara“ (= Kreislauf) von Tod und Wiedergeburt sind, uns dabei abwechselnd zwischen Erde und Astralwelt (= die geistige Welt, in der sich Seelen zwischen ihren irdischen Leben ausruhen, verarbeiten und neu planen) aufhalten, bis wir schließlich zusammen mit dem Rest unserer Seelenfamilie ins „Nirwana“ (= Paradies, für mich die so genannte kausale Welt, aus der die Seelen nicht mehr zur Erde zurückkehren) übergehen, solange wir also in diesem Zyklus sind, diesem sogenannten Spiel des Täter-Opfer-Retters kaum entkommen können.

Nur um es im Voraus klarzustellen: auch ich vermeide es, noch nicht einmal ‚der‘ Retter in diesem Spiel zu sein. Ich möchte Dir nur näher bringen, worum es in diesem Spiel geht und warum wir es mitunter spielen.

Eine weitere wichtige Bemerkung vorab: Solltest Du bereits an der einen oder anderen Stelle erkannt haben, dass Du eine dieser drei Positionen bereits eingenommen hast, dann sei bitte voller Dankbarkeit für diese Erkenntnis.

Das ist ein großer Schritt vorwärts und gibt Dir eine Menge zusätzlicher Liebesenergie für Dich selbst. Allein die Tatsache, dass Du es selbst erkannt hast, ist schon ein Meilenstein Deiner Entwicklung.

Nach der besagten Umwandlung hatte die Kundin sich selbst eingestanden, dass sie sich des Öfteren unbewusst wie ein Opfer verhält. Wunderbare Einsicht, meinte ich. Aber wie kann ich oder jemand anders Dich dafür beschuldigen, dass Du Dich so benimmst? Da ich ja weiß, dass Du Dich nicht bewusst so verhältst, weiß ich auch, dass Du das nicht ändern kannst, nur indem Du es Dir sagst. Nein, es besteht die Notwendigkeit, die Ursache dieses Verhaltensmusters zu suchen und die jeweilige Angst zu transformieren, die dieses Muster antreibt, ohne Dir jemals die Chance zu geben, dies auf mentaler oder emotionaler Ebene ändern zu können.

Als ich in der Umwandlung genau erkennen konnte, wie das alles im zarten Alter von fünf Jahren auf einer Tanzfläche begann, verstand ich fast alles und empfand soviel Mitgefühl für dieses kleine unschuldige Mädchen. Es sollte von der Tanzlehrerin seiner neuen Gruppe vorgestellt werden und wurde gebeten, seinen Namen zu sagen. Diesen wiederholte die Lehrerin, indem sie ihn bewusst falsch aussprach. Das Mädchen korrigierte die Lehrerin, diese wiederholte ihn jedoch bewusst wieder und wieder falsch. Sie brachte alle anderen zum Lachen und erkaufte sich auf dem Rücken dieses kleinen Mädchens die Anerkennung und Aufmerksamkeit der anderen. Das kleine Mädchen jedoch fing an, bitterlich zu weinen. Es stand alleine da, keiner, schon gar nicht die Lehrerin, kümmerte sich um es. In diesem Moment wurde die anfangs beschriebene Angst ‚getriggert‘ und ab diesem Moment bis zur letztendlichen Umwandlung fühlte sich dieses Mädchen und später die erwachsene Frau immer als Opfer ähnlicher Umstände.

Es war ihm schlicht und einfach nicht möglich, sich in ähnlichen Situationen nach dieser Ausgangssituation, die diese Angst und eines der entsprechenden Muster auslöste, anders zu verhalten, weil es durch die Lehrerin zu einem solchen Opfer gemacht wurde. Diese verhielt sich völlig ohne Empathie und wurde sicher auch unbewusst von einem Muster zu einem solchen Verhalten als Täterin getrieben.

„Wer sich selber hasst, den haben wir zu fürchten, denn wir werden die Opfer seines Grolls und seiner Rache sein. Sehen wir also zu, wie wir ihn zur Liebe zu sich selber verführen.“

(Friedrich Nietzsche)

Dieses Konzept scheint eine der besten Methoden zu sein, um generell Ängste in Liebe zu verwandeln. Und das geschieht für die meisten Menschen unbewusst. Deshalb tut es so weh. Wenn ich mir jedoch bewusst bin, dass ich Teil dieses Spiels bin, dann kann ich mein Verhalten proaktiv ändern und damit andere Menschen und mich kaum mehr verletzen.

Selbst Jesus sagte wohl am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. Mit diesem Satz macht er sich zu einer Art Opfer, indem er sich von seinen Tätern zumindest seltsam behandelt fühlt. Aber auch die Menschen, die ihn getötet haben, macht Jesus zu Opfern, behauptet er doch, dass sie so unbewusst seien, dass sie nicht wüssten, was sie tun. Schließlich versucht er auch, sich wie ein Retter zu verhalten, der Gott bittet, den Menschen zu vergeben, anstatt sie für ihr liebloses Handeln gegenüber seinem „Sohn“ vermutlich bestrafen zu müssen.

Mir ist bewusst, dass dies alles ziemlich philosophisch klingen mag, aber es zeigt klar auf, dass Jesus, obwohl er seinen Inkarnationszyklus bereits abgeschlossen hatte und als volle Liebe dem ‚auserwählten‘ Volk zuliebe zur Erde zurück kam, sich automatisch auch in diesem Spannungsfeld von Liebe und Angst bewegt, sobald er auf der Erde wandelt. Selbst er konnte sich diesem Täter/Opfer/Retter-Spiel nicht entziehen – noch nicht einmal im Angesicht des irdischen Todes.

Bhagavan sagt, dass wir uns schuldig fühlen, sobald wir auf der Erde sind, weil wir glauben, uns von Gott getrennt zu haben. Sobald wir uns schuldig fühlen, gibt es kaum ein Entkommen aus diesem Täter/Opfer/Retter-Spiel. Seltsames Spiel, nicht wahr? Und das alles ist nur unserer Wahrnehmung geschuldet. Diese wiederum basiert entweder auf dem Gefühl der Liebe oder der Angst.

Und wie können wir die Relation zwischen Liebe und Angst zugunsten der Liebe erhöhen? Auch dafür hat Bhagavan ein Patentrezept, das Du abschließend dem nächsten Zitat entnehmen kannst.

„Stay in suffering and it will turn into joy – Bleib im Leiden und es wird zur Freude“.

(Bhagavan)


4 Gedanken zu „Das Täter/Opfer/Retter-Spiel

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